BREIT, ABER SICHER!

Die GTÜ gibt Tipps zur Spurverbreiterung

Ein gut ausgefülltes Radhaus steht vielen Fahrzeugen gut. Dafür muss man nicht unbedingt in einen neuen Felgen- und Reifensatz investieren: Ein einfacherer Weg ist eine Spurverbreiterung, um den Effekt zu erzielen. Dabei sind aber einige Punkte zu beachten, damit die Fahrzeugsicherheit nicht gefährdet ist.

Spurplatten, auch Distanzscheiben genannt, verringern die Einpresstiefe der Felge – das Rad ist weiter außen platziert, und die Radhäuser sind ohne große Fahrwerkumbauten optisch stärker gefüllt. Auch mit montierten Spurplatten gelten selbstverständlich die üblichen Vorschriften: Das Rad muss vollständig über Karosseriemodifikationen oder Anbauteile abgedeckt sein.

Und es gilt: Nach erfolgtem Umbau und positiver Abnahme des Fahrzeuges nach § 19.3 oder 19.2 StVZO durch eine Prüforganisation oder einen Technischen Dienst, etwa die Gesellschaft für Technische Überwachung mbH (GTÜ), ist die Eintragung auf dem Prüfzeugnis von der Zulassungsstelle oder dem zuständigen Straßenverkehrsamt in die Fahrzeugpapiere, der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) zu übernehmen.

Freigängigkeit muss gegeben sein

Da die Distanzscheibe die Radposition im Radhaus ändert, können dort vorgeschriebene Mindestabstände zu anderen Bauteilen unterschritten werden, beispielsweise zu Teilen von Bremsanlage, Lenkung, Fahrwerk und Karosserie. Die vollständige Freigängigkeit des Rades muss aber unter allen Betriebszuständen eingehalten werden, auch bei Kurvenfahrt und voller Beladung. Der Prüfer untersucht das genau im Rahmen eines Fahrversuchs.

Wer den optischen Effekt mag, kann die Spur auch lediglich an einer Achse verbreitern. Generell gilt natürlich die Grundregel, dass an einer Achse rechts und links immer Spurplatten gleicher Breite verbaut sein dürfen. Doch nicht nur die sportlichere Optik kann ein Grund für eine Spurverbreiterung sein. Je nach Fahrzeug können sich auch das Fahrverhalten und die Fahrsicherheit verbessern. Allerdings muss die Maßnahme im Rahmen bleiben: Verändert man die Spurweite zu stark, kann das zu negativen Effekten im Fahrverhalten führen, und auch Achsteile können überproportional belastet werden.

Eine Spurweitenänderung bis zu zwei Prozent ist in der Regel recht problemlos möglich. Der Handel bietet die entsprechenden Verbreiterungsscheiben meist mit Prüfberichten, Teilegutachten oder ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) an. Damit muss man den Umbau zwar dennoch abnehmen lassen, doch die Kosten sind vergleichsweise gering. Höher sind die Anforderungen bei einer Spurweitenänderung von mehr als zwei Prozent. Und auch teurer. Denn dann untersuchen die Prüfer ganz genau das Gesamtsystem aus Achsaufhängung, Rad-/Reifen-Kombination und Distanzscheiben. Zusätzlich muss ein kostenintensiver Nachweis über die Karosserie-festigkeit geführt werden.

Geprüfte Bauteile sind gekennzeichnet

Durch das große Angebot von Spurplattenstärken entscheidet der Käufer selbst über den Aufwand für Prüfung und eventuelle Nacharbeiten. Bis einer Spurplattenstärke von 20 Millimetern erfolgt die Befestigung durch längere Radbefestigungsteile. Spurplatten ab einer Stärke von 20 Millimetern werden häufig direkt am Fahrzeug verschraubt, und die Felge wird mit den Standardbefestigungsteilen an der Spurplatte befestigt. Wichtig ist, dass dabei immer nur die vom Spurplatten- und Radhersteller vorgeschriebenen Radbefestigungsteile verwendet werden.

Distanzscheiben bestehen zumeist aus einer speziellen Aluminiumlegierung, die widerstandsfähig und leicht ist. Geprüfte Bauteile haben immer eine eindeutige Kennzeichnung des Herstellers. Eine problemlose Eintragung ist nur bei Bauteilen gewährleistet, die mit Prüfbericht, Teilegutachten oder ABE kommen. So ist genau dokumentiert, für welche Fahrzeuge die Bauteile zugelassen sind. Da Distanzscheiben häufig in Verbindung mit anderen Umbauten am Fahrwerk verwendet werden, zum Beispiel Leichtmetallfelgen oder eine Tieferlegung, bedarf es auch für Teile mit ABE einer Änderungsabnahme durch eine Prüforganisation – wie etwa der GTÜ. Tuning aber sicher – wir sind dabei! www.gtue.de

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